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Das Sterben der Haflingerfohlen? Bundesweite Aktion von PROVIEH
- Erste Ergebnisse
Alljährlich sterben unzählige deutsche und österreichische Fohlen - allen voran Haflinger - als "Zuchtüberschuss" am Ende der Weidesaison. Dem Tod der Tierkinder gehen oftmals ein langer leidvoller Transport gen Italien und ein qualvoller unsachgemäßer Schlachtvorgang im Akkord voraus. Eben noch als possierliche Touristenattraktion auf den grünen Wiesen mit Müttern und Freunden umhertollend, jetzt schon unterwegs zum Schlachter oder schlimmer noch - zur Weitermast in Italien.
Mit einer bundesweiten Postkarten- und Unterschriftenaktion machte PROVIEH von Ende Mai bis Ende August 2003 auf das Schicksal der Fohlen aufmerksam.
Lesen Sie hierzu den Bericht im Rundbrief 2/2003, Seite 10 und 11
hier
Zahlreiche Mitglieder ebenso wie nicht bei PROVIEH organisierte Tierschützerinnen und Tierschützer beteiligten sich an der Unterschriftenaktion und Postkartenaktion, die an die Sektionschefin Mag. Elisabeth Udolf-Strobl, Sektion Tourismus und historische Objekte im österreichischen Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) - gerichtet war.
Bis heute gingen bei PROVIEH 2000 Unterschriften ein. Das österreichische BMWA versandte als Reaktion viele gleichlautende Antwortschreiben mit einer offiziellen Stellungnahme des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) an die aktiven Tierschützerinnen und Tierschützer.
Brief hier zu lesen
Brief S. 2
Zu diesem Schreiben von Mag. Elisabeth Udolf-Strobl, nimmt PROVIEH wie folgt Stellung.
Ob die "Zuchtarbeit" der Haflingerzüchter als "verantwortungsbewusste Zuchtarbeit" bezeichnet werden kann, sei einmal dahingestellt. Die Tatsache, dass von den 2.400 bezifferten Haflingern eines Jahrgangs ca. 1000 Fohlen als Schlachttiere die Reise nach Italien antreten - dies sind 42%!! der Fohlen - hält PROVIEH für sehr bedenklich.
Das österreichische BMLFUW kommentiert: "Trotzdem sind und bleiben auch Haflingerfohlen landwirtschaftliche Nutztiere".
Neben den Haflingern werden auch die "überzähligen" Tiere anderer Rassen wie Noriker, Österreichisches Warmblut und Lipizzaner (traditionelle Hofreitschule/Zirkuspferde) sowie weitere 40 Pferderassen so "genutzt".
2001 traten 2723 Pferde aus Österreich ihre letzte Reise nach Italien an.
Hinzu kommen für Italien bestimmte Exporte aus Deutschland (200 Tiere), Frankreich (16846), den Niederlanden (1191 Tiere) und Spanien (5500 Tiere).
Auch in Deutschland ist es nicht viel anders. Im Jahr 2001 wurden von hier insgesamt 3331 Schlachtpferde exportiert.
PROVIEH begrüßt das bisherige Engagement Österreichs für eine EU-weite Verbesserung der Schlachttiertransportbedingungen in Form eines Memorandum der österreichischen Delegation zur Richtlinie über den Schutz von Tieren beim Transport von 1999. Nach Auskunft des österreichischen BMLFUW hat das vorgelegte Memorandum zusammen mit einem Vorstoß der deutschen Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast im Rat der EU-Landwirtschaftsminister "letztlich dazu geführt (...) , dass die EU-Kommission nunmehr einen neuen Vorschlag betreffend Tiertransport vorgelegt hat,..."
nachzulesen unter:
http://www.europa.eu.int/rapid/start/cgi/guesten.ksh?p_action.gettxt=gt&doc=IP/03/1023|0|RAPID&lg=DE&display=
Allerdings stellt sich die Frage, weshalb besonders Jungtieren leidvolle Transporte und womöglich eine Weitermast in Italien überhaupt zugemutet werden muss. Aus unserer Sicht ist durchzusetzen, dass Schlachtungen im Inland zu erfolgen haben. Nachfolgend kann das Fleisch an den Hauptabnehmer Italien exportiert werden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Schlachtung selbst:
"In großen Schlachthöfen wie diesem in der Nähe des Gardasees kommt der Tod im Akkord. Verzögerungen sind nicht einkalkuliert. Eine Minute hat ein Pferd Zeit, um zu sterben. Auch Fohlen stehen schon im Treibgang. Eine Wasserdusche soll sie beruhigen..."
"Zeit ist Geld, zwei Fohlen in einer Box. Fachgerechtes Betäuben - hier interessiert das niemanden." ...
aus: Report Mainz vom 13. Januar 2003: Züchter-Irrsinn - warum Haflinger-Fohlen im Schlachthof landen
Dieser Bericht lässt uns erschauern, denn gerade beim Transport und der Schlachtung von Jungtieren bedarf es einer besonderen Sorgfalt.
Hintergründe zu den Besonderheiten bei Transport und Schlachtung von Jungtieren
Prinzipiell sollten alle EU-Export-Staaten die Notwendigkeit des Transportes von Jungtieren über Landesgrenzen hinweg überdenken.
PROVIEH wird sich europaweit einsetzen für:
inländische Schlachtungen mit kurzen Transportwegen
den Jungtieren angepasste Schlachtmethoden
PROVIEH wird die Entwicklung - nicht nur in Hinblick auf das tausendfach vermeidbare Leid der Pferde - sondern die millionenfache Qual aller landwirtschaftlichen Nutztiere - sehr kritisch im Auge behalten und aktuell berichten.
Bestimmungen zur Schlachtung bzw. Tötung von Pferden
Für Rückfragen: Kathrin Oberbeck, Dipl-Ing. agr., Telefon 0431 - 24 82 80
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