Aufkleber Artgerecht statt Ungerecht

Dieser Aufkleber ist ab sofort kostenlos bei PROVIEH erhältlich.

PROVIEH Magazin
Die aktuelle Ausgabe
zum Download:

Titelbild des aktuellen PROVIEH Magazins

Frühere Ausgaben

Kastratenfleisch?
Schluss damit!

Video Kastratenfleisch

Das Video zur Kampagne

Schleswiger Kaltblut

Jahrhunderte lang wurden Arbeitspferde gezüchtet. Die - wegen ihres ausgeglichenen schleswiger_holzrueck_Rainer-WelzelTemperaments - als Kaltblutpferde bezeichneten kräftigen Rassen waren den besonderen Erfordernissen der Landwirtschaft angepasst.

Das Schleswiger Kaltblut ist ein im Norden von Deutschland beheimatetes mittelschweres Kaltblutpferd, das Ende des 19. Jahrhunderts unter starkem Einfluss des Jütländers hervorgegangen ist.

Bei dieser mit 154-162 cm Stockmaß mittelgroßen und mit 800 kg mittelschweren Kaltblutrasse dominieren Füchse, vereinzelt kommen Rappen, Schimmel und Braune vor. Das Schleswiger Kaltblut zeichnet sich durch seine Lernwilligkeit und gute Umgänglichkeit, eine hohe Zugleistung und Wendigkeit sowie durch seine Ausdauer und Genügsamkeit aus.

cafe_au_lait_und_max-Mechthild_OertelHauptsächlich wurde die Rasse als Arbeitspferd für die Land- und Holzwirtschaft gezüchtet. Sie fand aber auch ihren Einsatz als Zugpferd für Omnibusse, in der Industrie, beim Militär und als Brauereipferd.

Zur "Blütezeit" des Schleswiger Kaltblut im Jahre 1949 waren ca. 25.000 Stuten und 450 Hengste im Stammbuch eingetragen. Aufgrund der sich ändernden Bedingungen in der Landwirtschaft mit der Zunahme des Einsatzes von Maschinen wurde auch das Schleswiger Kaltblut, wie alle anderen Kaltblutrassen in Deutschland, immer weiter zurückgedrängt, um 1976 mit nur noch 35 eingetragenen Stuten und 5 Hengsten einen Tiefstand zu erreichen. Glücklicherweise hat sich der Bestand bis heute wieder ein wenig erholen können, so dass die Zahl der eingetragenen Stuten bei ca. 200, die der Hengste bei ca. 25 liegt.

Auf der roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen wird das Schleswiger Kaltblut trotz Bemühungen der Züchter und Rassefreunde allerdings nach wie vor als "stark gefährdet" eingestuft. Daneben gelten Rottaler, Alt Württemberger, Leutstettener Pferd, Senner, Dülmener, Arenberg Nordkirchner sowie das Lehmkuhlener Pony als "extrem gefährdete" sowie das Rheinisch Deutsche Kaltblut, das Schwere Warmblut (OL/OF) und das Schwarzwälder Kaltblut als "gefährdete" Rassen.

Heute werden Schleswiger als Wagen- und Freizeitreitpferde genutzt, aber auch wieder in der Landwirtschaft, als Holzrückepferde in der Forstwirtschaft und in Baumschulen eingesetzt. Für den Einsatz der Pferde als "Waldarbeiter" sprechen vielerlei Gründe. So belasten die Pferdehufe den Waldboden wesentlich geringer als die üblichen schweren Waldmaschinen und tragen keine Schadstoffe (Öl, Abgase) in das Waldökosystem und in das Trinkwasserschutzgebiet ein. Zudem können die gemächlichen Kaltblüter flexibler eingesetzt werden als die üblichen Maschinen.

Mehr Infos zur Rasse finden Sie auch unter: http://www.schleswiger-kaltblut.de

Kathrin Oberbeck,
März 2004

Foto: Mechthild Oertel


Weitere Informationen:

Schenkelbrand-Vorführung war gesetzeswiedrig

  • 29.03.2011: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung setzte sich über ein Verbot des Schenkelbrands an mehreren Pferden hinweg. Das Veterinäramt Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin untersagte vorher ausdrücklich  „ein Brennen der Fohlen rein zu Demonstrationszwecken“. Der Verstoß wird jetzt Konsequenzen haben. Mehr...