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Terminübersicht
Ein sehr großer Teil unserer Arbeit für das Wohlergehen der Tiere spielt sich fast im Verborgenen ab. Um Sie ein wenig hinter die Kulissen blicken zu lassen, geben wir Ihnen hier einen Überblick über Veranstaltungen, bei denen PROVIEH für die Tiere die Stimme erhebt.
Berichte über PROVIEH-Termine können Sie hier lesen.
| wann: |
19. bis 20. Juli 2010 |
| wo: |
Brüssel |
| was: |
Konferenz über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik |
für PROVIEH dabei: |
Sabine Ohm, Europareferentin |
Im Frühjahr 2010 hatte der EU-Agrarkommissar Daçian Çiolos eine öffentliche Internet-Konsultation der EU-Bürgerinnen und –Bürger durchgeführt, um sich über ihre Gedanken und Wünsche bezüglich der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) zu informieren. Dies geschah im Kontext der angelaufenen Debatte über Umfang und künftige Gestaltung der GAP ab 2014. Denn eine Fortschreibung der bisherigen Subventionspraxis ist über den laufenden Finanzrahmen (2007 bis 2013) hinaus nicht möglich. Reformen der GAP sind angesichts der Mitschuld der Landwirtschaft am fortschreitenden Artensterben, dem Klimawandel und der Umweltverschmutzung (Böden, Luft, Gewässer) dringend erforderlich. Die geltende Förderpraxis hat u. a. mit Betriebsprämien vor allem die industriellen Großbetriebe reichlich aus Agrartöpfen versorgt, während vor allem kleine und mittlere Betriebe kaum etwas abbekamen (wir berichteten).
Die Agrarwirtschaft in Europa braucht dringend eine Neuausrichtung: weg von industrieller Massenproduktion auf Kosten von Umwelt, Mensch und Tier, hin zu einer echten ökologisch, sozial und ökonomisch gerechten Landwirtschaft. Sie muss den Bauern ein faires Einkommen, den Verbraucherinnen und Verbrauchern ausreichende, qualitativ hochwertige, sichere Lebensmittel und den Tieren ein würdevolles Leben gewährleisten, ohne die natürlichen Ressourcen dabei weiter überzustrapazieren, die Umwelt zu verschmutzen und das Artensterben voranzutreiben.
Die Landwirtschaft muss endlich ein Teil der Lösung werden, statt ewig weiter auf der Anklagebank der Klima- und Umweltsünder bzw. Tierquäler zu sitzen. Dies geht aber nur, wenn ein konstruktiver Dialog zwischen Landwirten, Ökologen und PolitikerInnen geführt wird und vor allem die Arbeit der Bauern fair entlohnt wird. Dazu fehlen derzeit noch die geeigneten Rahmenbedingungen. Sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission hören immer noch einseitig auf die Lobby der Agrarindustriellen (u. a. den Deutschen Bauernverband) und haben es versäumt, dem starken Konzentrationsprozess in Lebensmittelindustrie und –handel Einhalt zu gebieten bzw. den Landwirten die Bildung von entsprechenden Gegengewichten zu erlauben.
PROVIEH setzt sich gemeinsam mit anderen Umwelt- und Tierschutzorganisationen u. a. für eine Bindung der Subventionen an die Bereitstellung öffentlicher Güter vor allem durch echte Landwirte (z. B. Umwelt-, Tier- und Artenschutz, Sicherung von Arbeitsplätzen und der Strukturen im ländlichen Raum, Landschaftspflege etc.) sowie häufigere und strengere Kontrollen ein.
Zur Tagesordnung der Konferenz kommen Sie hier.
| wann: |
20. Juli 2010 |
| wo: |
München |
| was: |
Kundgebung vor dem Europäischen Patentamt |
für PROVIEH dabei: |
Susanne Aigner, Fachreferat Witzenhausen |
Am 20. und 21. Juli verhandelt das Europäische Patentamt öffentlich über die Patentierung von Brokkoli und Tomate. Die Entscheidung darüber hat Konsequenzen für die Tier- und Pflanzenzucht weltweit. Die Verhandlung ist öffentlich, das heißt, jeder kann daran teilnehmen! In einer Kundgebung wollen wir unserem Protest gegen die Patentierung von Lebewesen Ausdruck geben.
Termin: Dienstag, 20. Juli 2010
Zeit: 11.00 - 14.00 Uhr
Ort: Europäisches Patentamt, Erhardtstraße 27, 80469 München
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter:
http://www.keinpatent.de/index.php?id=174,
http://www.testbiotech.org/,
http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=19192&Itemid=519
| wann: |
19. Juli 2010 |
| wo: |
München |
| was: |
Konferenz "Kein Patent auf Leben!" |
für PROVIEH dabei: |
Susanne Aigner, Fachreferat Witzenhausen |
Auf Pflanzen und Tiere wurden in den letzten Jahren immer mehr Patente vergeben. Im März 2010 wurde das Patent EP 133 0552 auf ein Zuchtverfahren erteilt, mit dessen Hilfe Kühe gezüchtet werden, die eine noch höhere Milchleistung erbringen soll. Ein Einspruch dagegen wurde zurückgewiesen. Das Patent auf Schweine (EP 1651777) zu verzeichnen, dem 6500 Personen widersprachen, wurde im April zurückgewiesen. Im Mai hingegen wurde ein Patentanspruch auf Sonnenblumen (EP 1185161), Saatgut und Öl bestätigt.
Um zu verhindern, dass weltweit immer mehr Pflanzen und Tiere patentiert werden und die Marktkonzentration der Saatgut- und Tierzuchtkonzerne zunimmt, muss der Widerstand in der Bevölkerung weiter wachsen.
Am 19. Juli findet in München eine internationale Konferenz statt, die aktuelle Entwicklungen aufzeigen und auf die negativen Auswirkungen des derzeitigen Patentrechts hinweisen will.
Zur Diskussion eingeladen sind Pflanzen- und Tierzüchter, politisch Aktive und alle Interessierten!
Termin: Montag, 19. Juli 2010
Zeit: 10.15 – 15.15 Uhr
Sprachen: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch
Veranstaltungsort: Kolpinghaus München, Adolf-Kolping-Straße 1, 80336 München
Wegbeschreibung: 10 Minuten Laufzeit vom Münchner Hauptbahnhof
(http://www.tagungen-muenchen.de/lageplan)
Unkostenbeitrag: 25,00 € (Mittagsimbiss inbegriffen), bitte bei der Ankunft entrichten!
Anmeldung: Registrierung im Internet unter http://www.evb.ch/p25017484.html (möglichst vor dem 12. Juli!)
Das Programm finden Sie im Internet unter: http://www.evb.ch/cm_data/Oeffentliche_Tagung_D.pdf
| wann: |
01. bis 04. Juni 2010 |
| wo: |
Brüssel |
| was: |
Green Week, "Biodiversity – our lifeline" |
für PROVIEH dabei: |
Sabine Ohm, Europareferentin |
Das Thema der diesjährigen "Grünen Woche" in Brüssel lautet "Biodiversity - our lifeline" (zu deutsch etwa "Artenvielfalt – unsere Rettungsleine") – passend zum Internationalen Jahr der Biodiversität, zu dem 2010 von der UNO ausgerufen wurde. 2002 hatten die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg vereinbart, den Verlust der Biodiversität bis 2010 entscheidend zu verlangsamen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten sich 2001 dann sogar ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt: das Artensterben in Europa bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Dies misslang jedoch gründlich. Laut UN-Bericht fiel die Zwischenbilanz zum Zustand der globalen Artenvielfalt katastrophal aus (mehr dazu hier).
Nun soll in 30 verschiedenen Foren, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen u. a. eine Bestandsaufnahme über den Zustand der Natur und der Artenvielfalt gemacht und über die gegenwärtigen Bedrohungen, den Nutzen des Erhalts der Biodiversität und die möglichen künftigen Strategien und politischen Maßnahmen auf EU-Ebene diskutiert werden. Dies bietet eine ideale Plattform zum Meinungsaustausch der verschiedenen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlern und der interessierten Öffentlichkeit. Erwartet werden fast 4.000 TeilnehmerInnen (nicht nur aus der EU, sondern auch aus Übersee). Wie schon in den vergangenen Jahren kann man alle Sitzungen live oder nachträglich über das Internet (Stichwort "Green Week Live") verfolgen.
PROVIEH wird auch dieses Jahr wieder jede Gelegenheit nutzen, die schädlichen Auswirkungen der industriellen Massentierhaltung für die Biodiversität öffentlich anzuprangern. Zur Online-Registrierung für die diesjährige Veranstaltung, das Programm sowie Material über die "Green Week 2009" kommen Sie hier.
| wann: |
02. Juni 2010 |
| wo: |
Brüssel |
| was: |
Workshop zur Ferkelkastration |
für PROVIEH dabei: |
Sabine Ohm, Europareferentin |
Die Praxis der Ferkelkastration ist in der EU bereits seit vielen Jahren Gegenstand einer vielschichtigen Diskussion mit wissenschaftlichen, ethischen und technischen Komponenten. Ein Bericht der Europäischen Lebensmittelaufsichtsbehörde (EFSA) aus dem Jahr 2004 belegt, dass die betäubungslose Ferkelkastration das Wohlergehen der Tiere einschränkt. Trotzdem ist laut EU-Schweinehaltungsrichtlinie die Kastration männlicher Ferkel ohne Betäubung bis zum 7. Lebenstag erlaubt.
Angesichts der wachsenden Proteste gegen diese Praxis seitens der Tierschützer und der zunehmenden Bedenken in der Öffentlichkeit ließ die EU-Kommission eine Studie über den Stand der Dinge bezüglich der Ferkelkastration in den Mitgliedsstaaten durchführen ( PIGCAS), die 2008 abgeschlossen wurde. Aufgrund der rasanten Entwicklungen in einigen Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland und Holland, entschloss man sich zu einem Anschlussprojekt für 2009 (ALCASDE). Im Rahmen dieses Projektes mit einjähriger Laufzeit wurden Alternativen zur Kastration und zur Enthornung erforscht. Ein inoffizieller Zwischenbericht wurde auf einem ALCASDE-Workshop im Oktober 2009 vorgestellt, an dem auch PROVIEH teilnahm. Endergebnisse wurden noch nicht veröffentlicht.
Durch die verschiedenen Ansätze in den unterschiedlichen Mitgliedsstaaten und eventuelle Auswirkungen auf den bisher sehr internationalen Schweinehandel ist die EU-Kommission alarmiert und sucht nun nach einem Konsens für gemeinsame, EU-weite Regelungen. Daher organisiert sie diesen Workshop, zu dem Vertreter aus dem gesamten Sektor Schwein – von Tierschützern über Schlachtbetriebe bis zum Lebensmitteleinzelhandel – eingeladen sind.
Diskutiert werden sollen der Status Quo in den Mitgliedsstaaten, die Verbraucherwünsche sowie ihre Ansichten bezüglich des Ebergeruchs und seiner Erkennung, Perspektiven der Industrie und Marktstrategien.
PROVIEH wird sich dort für die schnellstmögliche Einführung der Ebermmast, wie sie auch in Deutschland von uns vorangetrieben wird, einsetzen.
Zum vorläufigen Programm des Workshops kommen Sie hier.
Berichte über PROVIEH-Termine können Sie hier lesen.
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