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Massensterben durch Vogelgrippe in britischer Putenfabrik

In Europas größter Putenfabrik im englischen Holton (Grafschaft Suffolk) ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Im Handumdrehen verendeten 2.500 Puten. Die übrigen 160.000 Tiere - das entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Stadt wie Potsdam, Leverkusen oder Osnabrück - werden vorsorglich getötet.
Die aufmerksame Leserin und der interessierte Leser werden sich jetzt fragen, wie das ausgerechnet in einem so perfekt abgeschirmten geschlossenen, hygienischen System passieren konnte. Hatten nicht alle Vertreter der Agrarindustrie immer wieder darauf verwiesen, dass das Geflügel nur dann sicher sei, wenn es aus dem Freiland weggesperrt würde? Hatte Horst Seehofer nicht das Aufstallungsgebot erlassen, um die armen Vögel im Freiland im Stall vor dem H5N1-Erreger zu schützen? Und nun das...

Eine erste Erklärung war schnell gefunden: Ein kleiner Wildvogel hat sich irgendwie durch eine kleine Ritze oder einen Lüftungsschacht in den Stall verirrt und die Puten irgendwie angesteckt. Wäre es nicht so traurig, könnte man fast sagen, da lachen doch die Hühner. Lässt sich eine gesunde, robuste Pute wirklich so schnell anstecken? Oder liegt es nicht vielleicht doch daran, dass Puten in Intensivtierhaltung besonders krankheitsanfällig sind, weil sie einzig auf schnelle Gewichtszunahme gezüchtet und gefüttert worden sind und in der drangvollen Enge ihres Daseins gar nicht genug Abwehrkräfte entwickeln können? Was auch immer die Ursachen sein mögen: Der jüngste Fall von Vogelgrippe zeigt erneut, dass Intensivtierhaltung und Stallpflicht kein Schutz vor Vogelgrippe darstellen!

Februar 2007



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