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Widerstand gegen Schweineelend!
Die traurige Wirklichkeit
Die Sauen werden vor der Geburt der Ferkel in einen Kastenstand gesperrt. Das Metallgitter fixiert die Tiere während der Geburt und der Säugezeit. Sie können sich weder umdrehen noch nennenswert vorwärts oder rückwärts bewegen, liegen auf dem glatten Boden oft im eigenen Kot. Die Sauen ziehen sich Druckstellen, Gesäuge- und Gliedmaßenverletzungen zu. Da das Nestbauverhalten nicht ausgeübt werden kann und Beschäftigungsmaterial fehlt, kommt es häufig zu Verhaltensstörungen. Nach fünf Würfen enden die erschöpften Muttertiere beim Schlachter.
Den Ferkeln werden in den ersten Lebenstagen die Eckzähne abgeschliffen, der Schwanz abgeschnitten und den männlichen Tieren die Hoden entfernt - all das ohne Betäubung! Nach nur drei bis vier Wochen werden die Kleinen von ihrer Mutter getrennt und in willkürlich zusammengestellten Gruppen von 30 oder mehr Ferkeln gehalten.
Die nicht zur Zucht benötigten weiblichen und beinahe alle männlichen Ferkel werden bei Erreichen eines Gewichtes von 30 kg zur Mast in Großgruppen aufgestallt. Fehlende Beschäftigung und Enge führen zu Aggressionen, die schlechte Stallluft verursacht Lungenschäden, harter und glatter Stallboden mit hohem Spaltenanteil bedingt Klauenverletzungen und Gelenkentzündungen.
Die rasante Gewichtszunahme von 30 kg bis auf das Schlachtgewicht von 100 kg in nicht einmal vier Monaten überfordert Knochenapparat und Herz-Kreislaufsystem der Tiere.
Niederlande: St.-Florians-Prinzip durch Verkauf von "Produktionsrechten" durch Schweinehalter
Die Niederlande verfallen offenbar wieder zurück in die Zeiten der Kolonialisierung: Wie Recherchen des BUND ergaben, können niederländische Schweinehalter ihre "Produktionsrechte" verkaufen ("Mistrecht" oder auch "Varkensrecht"). Der Preis hängt richtet sich nach Angebot und Nachfrage und liegt derzeit bei knapp 200 Euro pro Schweineplatz (http://www.varkensrechten.nu).
Für die Niederländer bedeutet jeder Schweineplatz weniger nicht nur weniger Tierleid im eigenen Land, sondern auch besser Luft und weniger Umweltverschmutzung. Für die neuen Bundesländer, vor allem Sachen-Anhalt und Brandenburg, bedeutet es
allerdings die Invasion der holländischen "Investoren" und damit einhergehend den (geplanten) Bau von gigantischen Tierfabriken mit all ihren Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Denn die cleveren "Oranjes" nutzen ihre Erlöse aus dem Verkauf des "Mistrechts", um in Deutschland neue Ställe
zu bauen. Aber die stehen dann ja nicht in den Niederlanden ...
Für alle, die ihren Kindern das St.-Florians-Prinzip erklären möchten: Bitte sehr, dies ist das Paradebeispiel ...
In der Vergangenheit (vom 22.3.-19.4.2000, später verlängert bis 19.5.2000, und vom 1.-31.10.2001) konnten Viehhalter aus den ganzen Niederlanden ihre Schweinerechte für 15,65 Euro je kg Phosphat verkaufen.
2001 galt dies auch für Geflügelrechte bzw. Düngerrechte allgemein zu einem Preis von 14,75 Euro.
In den Gebieten mit hoher Viehdichte konnten die
Tierhalter auch an einem Unterprogramm ‘Ruimte voor Ruimte’ (Raum für Raum) teilnehmen. Das Programm bot in beiden Phasen Beihilfen für den Stallabbruch an. Dafür hatten die Betriebe maximal 17 Monate Zeit und sie dürfen zehn Jahre lang keinen neuen Betrieb auf dem gleichen Grundstück aufbauen. Die Betriebe haben für die Abbau der Ställe Kompensierung bekommen: Bis zu 40 Prozent des Wertes, mindestens 25 Prozent des Wertes und 22,69 Euro pro Quadratmeter für die Abbruchkosten.
Das Ziel der Regelung war: "Raum für Raum", ein Programm zur Wohnraumgewinnung. Im Internet gibt
es einen 90-seitigen Auswertungsbericht. Insgesamt haben 4500 Betriebe Geld bekommen, um ihren Betrieb abzubrechen.
Raumgewinnung - auch ein beliebtes Schlagwort zur Rechtfertigung der Kolonialisierung. Eines sei den holländischen "Investoren" (aber auch den
deutschen und denen aus aller Herren Länder) gesagt: Raum haben eure Schweinemastfabriken bei uns nicht. Schweinehalter, die ihre Tiere artgemäß halten wollen, nehmen wir mit offenen Armen auf.
Für Tierquäler gilt jedoch:
Null Toleranz und Widerstand!
Emsland: Niederländischer Investor plant Anlage mit 15.600 Schweinen
Osnabrück/Herzlake-Dohren (aho): Die Pläne eines niederländischen Investors, in Herzlake-Dohren (Kreis Emsland) eine kombinierte Schweinezucht- und Mastanlage mit 9.900 Mast -, 1.200 Sauen- und
4.500 Ferkelplätzen zu errichten, sorgen sowohl bei den ortsansässigen Landwirten als auch bei Lokalpolitikern für Aufregung.
Herzlakes Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus (CDU) bestätigte gestern auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung", es gebe konkrete Pläne, einen landwirtschaftlichen Resthof in unmittelbarer Nähe zum
Landkreis Osnabrück mit einer dazugehörigen Ackerfläche zu einem gewerblichen Mast- und Zuchtbetrieb umzubauen. Der Hof gehöre einem
Niederländer, der auch als Investor auftrete. Pleus äußerte sich gegenüber der Zeitung skeptisch. Zwar handele es sich bei dem vorgestellten Projekt um ein integriertes System, in dem von der Zucht bis zur Mast alles in einer Hand bleibe. Seuchenhygienisch sei das
möglicherweise sinnvoll. "Aber es wird enormen Lkw-Verkehr geben, dazu möglicherweise das Problem, die anfallende Gülle loszuwerden." Davon abgesehen, liege der anvisierte Standort weniger als einen Kilometer
Luftlinie vom Naturschutzgebiet Hahnenmoor entfernt, das in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Zudem befürchten die ansässigen Landwirte den Bau einer Biogasanlage als logische Konsequenz einer solchen Anlage. Ein Sprecher des Landkreises Emsland als Genehmigungsbehörde erklärte gegenüber der
"Neuen Osnabrücker Zeitung", in einem Vorgespräch sei der Verwaltung das Vorhaben skizziert worden. "In dieser Woche wurden erste Unterlagen eingereicht, die das formale Baugenehmigungsverfahren in Gang gesetzt haben. Ob und in welcher Form eine Genehmigung möglich
ist, wird nun, auch in Abstimmung mit dem angrenzenden Landkreis Osnabrück, geprüft."
Quelle: AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit, 03.03.2007
TV-Beitrag: Schweinestall - Fördermittel für Tierquälerei und Gestank
Der Fernsehsender NDR berichtete am 05.02.2007 in der Sendung MARKT u.a. über das Thema "Schweinemast".
Der Titel des NDR-Beitrags lautete: "Schweinestall - Fördermittel für Tierquälerei und Gestank".
In dem TV-Beitrag wurde über geplante Schweinemastbetriebe, die von holländischen Investoren in Ostdeutschland errichtet werden sollen, berichtet mehr...
Bundesregierung sieht keinen Verbesserungsbedarf beim Tierschutz
Die Bundesregierung sieht keinen Änderungsbedarf der aktuellen Rechtslage bei Genehmigungsverfahren geplanter Schweinegroßanlagen. Das zeigt die Antwort des Bundestages auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Undine Kurth, Bärbel Höhn, Cornelia Behm und weiterer Abgeordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Mit der Kleinen Anfrage informierte sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen über die Einstellungen und Einschätzungen der Bundesregierung zum Bau von Schweinemastgroßanlagen und trug damit dem großen Interesse von Tier- und Umweltschutzverbänden, Anwohnern, dem bäuerlichen Mittelstand sowie von Bürgerinitiativen und Aktionsbündnissen an dieser Thematik Rechnung.
Die vollständige Antwort der Bundesregierung finden Sie hier.
Mega-Mast in Ostdeutschland
Ein Rückfall ins letzte Jahrhundert - Holland als Kolonialmacht? Können die Kolonialherren den Gestank ihrer Sauereien nicht mehr im eigenen Land ertragen?
Sachsen-Anhalt und Brandenburg sollen mit fadenscheinigen Argumenten, wie neuen Arbeitsplätzen, für die Errichtung von Mast- und Schlachtanlagen unermesslichen Ausmaßes gewonnen werden. Niederländische Investoren setzen auf den Bau von Mega-Anlagen mit bis zu 80.000 Schweineplätzen. mehr...
Gemeinsamkeit macht stark!
Mit dem "Aktionsbündnis artgerechte Tierhaltung in Sachsen-Anhalt“ hat sich ein Dach gebildet, unter dem die Forderungen, Widerstände und Interessen der Betroffenenen vor Ort gebündelt werden.
Natürlich ist PROVIEH unterstützend dabei. Wir fordern die artgemäße Haltung von Schweinen und werden gemeinsam mit Betroffenen und Verbänden alles daran setzen, um diese Massenanlagen zu verhindern!
Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden gigantische Tierfabriken geplant.
PROVIEH ist Mitglied des Agrarbündnisses Mecklenburg-Vorpommern.
Dieser Widerstand gegen Schweineelend kann und darf nicht nur eine Angelegenheit derer sein, die derzeit vor Ort betroffen sind. Darum bitten wir Sie alle um Unterstützung!
Spendenkonto: Postbank Hamburg
BLZ 20010020
Kto. 385801200
Stichwort: Schweineelend
Jeder kleine Betrag wird hilfreich sein, denn gemeinsam sind wir stark und können etwas bewegen. Herzlichen Dank!

Aktuell bieten wir unter dem Motto "Schweine helfen Schweinen" eine Postkarte an, deren Erlös (33 Cent/Karte) zugunsten der Verhinderung dieser Anlagen verwendet werden soll.
Sie erhalten die Postkarten für je 0,50 €/Karte zzgl. Versandkosten solange der Vorrat reicht über unseren Artikel-Shop oder per Mail
shop@provieh.de oder Tel. 0431. 24 82 80.
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