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ZDF - Frontal21 berichtete am Dienstag, 27.07.2010, um 21:00 Uhr u.a. über die Machenschaften in der Hähnchenmast




Billige Hähnchen - Die Machenschaften der Mäster

(von Christian Esser, Robert Härtel und Joe Sperling)

Die meisten Masthähnchen in Deutschland kommen längst nicht mehr vom Bauernhof, sondern werden in riesigen Anlagen als sogenannte Turbohühner in rund einem Monat schlachtreif gemästet. Obwohl der Markt gesättigt ist, investiert die Agrarindustrie bundesweit in neue Schlachthöfe und Mastanlagen, zum Teil mit staatlicher Unterstützung.

"Ruiniöse Überproduktion"

Die großen Konzerne hätten einen Verdrängungswettbewerb begonnen, so Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: "Der eine will die Marktanteile des anderen haben, produziert deshalb mehr. Der andere lässt sich das nicht gefallen und produziert als Reaktion darauf auch mehr. Die Folge ist eine ruinöse Überschussproduktion." In über hundert Orten in ganz Deutschland wehren sich mittlerweile Anwohnerinitiativen gegen die Hähnchenfabriken. Sie laufen Sturm gegen Gestank und Umweltbelastung.

Eine riesige Tierfabrik

Schlachthofgegner besetzen seit Monaten den Bauplatz im niedersächsischen Wietze. Hier will ein Großkonzern den neuen Mega-Schlachthof bauen. 134 Millionen Hähnchen sollen hier jährlich geschlachtet werden, das sind 27000 pro Stunde. Das Land Niedersachsen schießt 6,5 Millionen Euro aus Steuergeldern zu, denn die Firma verspricht bereits in der Anlaufphase rund 250 neue Arbeitsplätze. Für eine "Milchmädchenrechnung" hält Norbert Juretzko von der Bürgerinitiative Wietze das Arbeitsplatz-Argument und meint: "Es werden Arbeitsplätze im Billiglohnsektor geschaffen, das ist richtig. Es sind aber keine Arbeitsplätze für Menschen aus der Region. "

"Politische Fehlentscheidung"

Mehrere hundert Kilometer entfernt in Mecklenburg-Vorpommern soll eine weitere riesige automatisierte Mastanlage gebaut werden, die über drei Millionen Hähnchen pro Jahr produzieren wird. Die neuen Schlachthöfe brauchen täglich frischen Nachschub. Hilmar von Münchhausen von der Deutschen Wildtierstiftung hält die Ansiedlung der Mastanlage für eine politische Fehlentscheidung. Er betreibt ein Ökolandgut für Naturtouristen und befürchtet, dass die idyllische Landschaft zubetoniert wird: "Hier entsteht eine riesige Tierfabrik."

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29.07.2010 - PROVIEH, Bundesgeschäftsstelle



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